Energiemanagement
Energieeinsatz optimieren und Kosten sparen

Energiemanagement bedeutet die systematische Planung, Durchführung und Optimierung des Energieeinsatzes im Unternehmen mit dem Ziel einer kontinuierlichen Verbesserung der Energieeffizienz und der Reduzierung der mit dem Energieeinsatz verbundenen Kosten und Umweltbelastungen. Ein systematisches Energiemanagement ist für Betriebe des produzierenden Gewerbes mit hohem Energieverbrauch1 in rechtlichen Vorgaben gefordert (>> mehr), aber auch andere Betriebe profitieren von seinen Vorteilen (siehe rechts). Das Vorgehen bei der Einführung und einige der in der Praxis wichtigen Fragestellungen werden im Folgenden vorgestellt.

Das betriebliche Energiemanagement folgt dem >> PDCA-(Planung, Durchführung, Überprüfung, Optimierung) Schema anderer Managementsysteme. Bei vielen energieintensiven Unternehmen war es ohnehin schon Bestandteil des Umweltmanagements; eine Integration (>> mehr) in das Umwelt- oder andere Managementsysteme ist, wo es diese bereits gibt, möglich und sinnvoll. Spezielle Vorgaben für Energiemanagementsysteme werden der Normen DIN EN ISO 50001 (>> mehr) gemacht.

Tipp: Wenn Sie bereits ein Managementsystem im Betrieb eingeführt haben, integrieren Sie das Energiemanagement in die vorhandenen Strukturen.

Energiemanagementsystem und PDCA-Zyklus

Energiemanagementsysteme und rechtliche Vorgaben1

Unternehmen (oder selbstständige Unternehmensteile) des produzierenden Gewerbes mit hohem Stromverbrauch2 können nach § 40 >> EEG 2012 auf Antrag beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) weitgehend von der EEG-Umlage entbunden werden; ab 10 Gigawattstunden Stromverbrauch im Jahr müssen sie hierzu mit einer Zertifizierung nachweisen, dass ihr „Energieverbrauch und die Potenziale zur Verminderung des Energieverbrauchs erhoben und bewertet worden sind“ (§ 41 Abs. 1 EEG 2012). Die Anforderungen und notwendigen Nachweise an diese Erhebung und Bewertung sind vom BAFA im „Untermerkblatt II A 1“ beschrieben worden: Grundsätzlich gilt ein Umweltmanagementsystem nach >> EMAS oder ein Energiemanagementsystem nach >> DIN EN 16001 (noch bis 24.04.2012) oder DIN EN ISO 50001, das alle Standorte des Unternehmens oder selbstständigen Unternehmensteils beinhaltet, als Nachweis der Zertifizierung. Nachgewiesen werden muss diese über ein  Zertifikat bzw. bei EMAS über eine Registrierungsurkunde und ggf. (ist diese(s) vor dem letzten abgeschlossenen Geschäftsjahr ausgestellt) zusätzlich den Bericht über ein durchgeführtes Überprüfungsaudit mit Ausstelldatum aus dem letzten abgeschlossenen oder dem laufenden Geschäftsjahr bis zum Tag der Antragstellung (d.h. jeweils bis zum 30.06. des Vorjahres). Dazu muss auch eine Akkreditierungsurkunde des Zertifizierers mit eingereicht werden (aber keine Zulassungsnachweise von Umweltgutachtern bei EMAS, da diese tagesaktuell im Internet einsehbar sind).

Im Jahr 2012 werden allerdings übergangsweise wie zuvor besondere Zertifizierungen nach dem BAFA-Merkblatt oder >> ISO-14001-Zertifikate mit Zusatzerklärung des Zertifizierers, dass “Energiedaten und Einsparpotenziale sowie deren Bewrtung überprüft” und “Abweichungen von den Anforderungen nicht festgestellt wurden”, anerkannt. Dies gilt für Zertifikate, die bis zum 31.12.2011 ausgestellt wurden; es sei denn, jede Abnahmestelle eines Unternehmens liegt unter 10 Gigawattstunden liegt, dann sind Zertifizierungen nach dem BAFA-Merkblatt bis 30.06.2012 möglich.

Weblink: >> BAFA - Merkblätter (mit Möglichkeit zum Download des Merkblatts II A “Darlegung der gesetzlichen Regelungen nach §§ 40 ff. Erneuerbare-Energie-Gesetz 2009 für Unternehmen des produzierenden Gewerbes” und des Untermerkblatts II A 1 “Zur Zertifizierung des Energieverbrauchs und der Energieverbrauchsminderungspotenziale”.

Im Raum steht weiter die Ankündigung der Bundesregierung im Energiekonzept vom 28.09.2010, dass ab 2013 die Erstattung von Strom- und Energiesteuern für produzierende Unternehmen an die Einführung eines Energiemanagementsystems gebunden wird. Ein Kabinettsentwurf hierzu ist für Mitte Februar 2012 angekündigt. Auch diese Entlastung soll an DIN EN ISO 50001 gebunden werden, für kleinere Unternehmen wird jedoch noch eine “alternative gleichwertige Einbindung” gesucht.

Beim Aufbau oder der Weiterentwicklung eines Managementsystems biete ich Ihnen gerne meine Hilfe an. Ob erste Information mit diesen Seiten oder Beratung, Schulung Ihrer Mitarbeiter und Begleitung während des Prozesses: Ich würde mich freuen, Ihnen helfen zu können!   >> Mein Angebot

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Die Entscheidung

Den Vorteilen des Energiemanagements steht ein Aufwand gegenüber – die Bestandsaufnahme und die Einführung kosten Zeit und Geld. Die Einführung kann daher nur eine strategische Entscheidung sein, die von der Unternehmensleitung getroffen werden muss. Nur so ist dann auch der Rückhalt gesichert, wenn Investitionsentscheidungen anstehen oder Verhalten geändert werden muss.

ü Praxistipp: Vorbildfunktion
Machen Sie als Unternehmensleitung sichtbar, dass Sie das Managementsystem wollen und unterstützen: Mitarbeiter engagieren sich dort, wo sie Erfolge erhoffen können. Wenn Ihre Mitarbeiter nicht an ihr Engagement glauben, werden sie nicht mehr als das Nötigste tun.

ü Praxistipp: Projektorganisation
Haben Sie sich für die Einführung des Managementsystems entschieden, binden Sie direkt betroffene Mitarbeiter so früh wie möglich ein – am besten in einem Projektteam, das die Einführung begleitet.

ü Praxistipp: Berater
Selbst wenn Sie Energie- und Managementsystem-Fachleute im Betrieb haben: Ein Berater schützt vor Betriebsblindheit und entlastet ihre Mitarbeiter zeitlich; zudem bringt er Erfahrungen (auch aus anderen Betrieben) mit.

Phase 1: Bestandsaufnahme

Grundlage für alle folgenden Aktivitäten ist eine genaue Kenntnis der betrieblichen Energieflüsse: Welche è Energieträger werden eingekauft, wo und wie werden sie umgewandelt, verteilt und verwendet, und wo verlassen sie in welcher Form das Unternehmen?

Diese Daten werden durch die Sichtung bereits vorhandener Unterlagen, etwa aus der Buchhaltung, und bei Betriebsbegehungen erfasst. Checklisten stellen sicher, dass dabei keine wichtigen Daten übersehen werden. Erfasst werden alle Energie-Inputs, alle Aggregate zur è Energieumwandlung (Heizkessel, Kompressoren etc.) und Anlagen zur è Energieverteilung (Druckluftnetz, Kühlwasser– und Warmwasserleitungen etc.), die relevanten Energieverbraucher und Energie verbrauchenden Prozesse(dazu gehören auch Fahrzeuge und Fahrleistungen) sowie über Emissionen (Energie verlässt den Betrieb in der Regel als Abwärme); aber auch über bereits eingeführte Maßnahmen zur Erhöhung der è Energieeffizienz. In der Regel ergeben sich auch erste Ideen für weitere Maßnahmen.

Als Ergebnis erhalten Sie eine systematische Übersicht über Ihren betrieblichen Energiefluss: Den jährlichen Bezugswerten (Energie-Input) werden die Verbraucherdaten gegenübergestellt und als è Energieflussbild dargestellt.

Diese Rohdaten werden dann mit Produktions– und relevanten externen Daten (etwa Wetterdaten) abgeglichen und hieraus Kennzahlen (siehe rechts) gebildet; gemeinsam mit weiteren Instrumenten (etwa Tagesgang-/Wochenganglinien) dienen diese der Bewertung der Daten.

ü Praxistipp: Fehlende Daten
Auch Daten, die Sie eigentlich bräuchten, aber nicht haben, sind ein Ergebnis: Eine erste Maßnahme (siehe Phase 2) könnte darin bestehen, diese Daten zu erfassen.

ü Praxistipp: Energiekosten
Erfassen Sie unbedingt auch Energiekosten: Dies ist die Voraussetzung dafür, hinterher die Rentabiltät von Maßnahmen berechnen zu können.

Phase 2: Planungsschritte

Begleitend zur Bestandsaufnahmen wird die strategische Ausrichtung des Energiemanagement diskutiert und schriftlich festgehalten; dies muss nicht in einem eigenen Dokument geschehen, sondern kann beispielsweise in die betriebliche Umweltpolitik eingefügt werden. Ziel dieser Diskussion ist es, die Bedeutung des Energiemanagements für die Zukunft des Unternehmens herauszuarbeiten und eine Orientierungsmarke zu setzen, an der sich die Ziele und Maßnahmen des Energiemanagements ausrichten können.

Diese Ziele und Maßnahmen werden festgelegt, wenn die Ergebnisse der Bestandsaufnahme vorliegen. Bei der Festlegung der Ziele geht es darum, dass das Unternehmen sich vom Ist-Zustand in Richtung seiner Vision bewegt – der Ist-Zustand wurde in der Bestandsaufnahme ermittelt, die Vision bei der Diskussion der strategischen Ausrichtung. Die Ziele sollten realistisch sein; also technische und finanzielle Möglichkeiten beachten – und möglichst konkret: Messbare Zielvorgaben helfen bei der späteren Erfolgskontrolle. Mit den Maßnahmen wird gesagt, mit welchen Einzelschritten die Ziele erreicht werden sollen. Jede Maßnahme wird mit Verantwortlichkeiten, den notwendigen Mitteln und einem Zeitrahmen versehen.

ü Praxistipp: Der richtige Zeitpunkt
Technische Maßnahmen zur effizienten Energienutzung bieten sich meist dann an, wenn ohnehin Komponenten ausgetauscht oder Anlagen erneuert werden. Aber dann ist es wichtig, gut vorbereitet zu sein und die notwendigen Methoden zu kennen, etwa die
è Vollkostenrechnung.


Foto: Fernando Tomás, wikipedia, Lizenz: >> cc 2.0

ü Praxistipp: Solarstrom auf Gewerbedächern
Denken Sie bei der Planung auch an die Auswirkungen von Maßnahmen auf ihr Image: Photovoltaikanlagen auf dem Dach ihres Unternehmen zeigen ihr Engagement für Umwelt- und Klimaschutz; dank Förderung von Sonnenstrom und zinsgünstiger Kredite sind sie sogar rentabel. Mit dem RAL Gütezeichen Solarenergieanlagen RAL-GZ-966 für Komponenten und Installion stellen sie ein gute Qualität der Anlage sicher, Projektierungs- hilfen und eine Wirtschaftlichkeitsberechnung finden Sie zum Beispiel beim gemeinnützigen Solarenergie Informations- und Demonstrationszentrum (
www.solid.de)

Phase 3: Leben mit dem Energiemanagement

Das Energiemanagement besteht aus zwei Säulen: Zum einen der Umsetzung der Maßnahmen zur Zielerreichung; zum anderen denjenigen Maßnahmen, die die effiziente Energienutzung in allen alltäglichen Abläufen verankern. Dabei kann es um feste Aufgaben für einzelne Mitarbeiter (Regelmäßige Prüfung des Druckluftnetzes auf Undichtigkeiten: Mitarbeiter XY), um generelle Verhaltensänderungen (Licht in nicht genutzten Räumen und nicht genutzte Maschinen ausschalten), notwendige Fortbildungen und vieles andere gehen. Analog zum Umweltmanagement empfiehlt es sich, folgende Maßnahmen zu ergreifen:

Verantwortlichkeiten: Welche Aufgaben fallen im Energiemanagement an, und wer ist für ihre Durchführung verantwortlich? Dieses können Sie in einer Verantwortungsmatrix festlegen, oder auch bestehende Instrumente wie Stellenbeschreibungen benutzen.

Schulungen: Hierunter fallen einerseits Informations- und Sensibilisierungsmaßnahmen für alle Mitarbeiter, andererseits spezifische Schulungen, die für bestimmte Aufgaben und Maßnahmen notwendig werden können.

Kommunikation: Um die Motivation der Mitarbeiter aufrecht zu erhalten, sollten Sie regelmäßig aktuelle Verbrauchswerte oder Energiekennzahlen bekannt machen. Richten Sie auch einen Kanal ein, auf dem die Mitarbeiter eigene Verbesserungsvorschläge zum Energiesparen machen können. Oder wie wäre es mit einem betriebsinternen Ideenwettbewerb Energieeffizienz?

Betriebliche Abläufe: Welche Tätigkeiten/Abläufe sind besonders energierelevant? Was ist dort zu beachten? Wird den Mitarbeitern dieses ausreichend vermittelt oder ist es in der entsprechenden Verfahrensanweisung oder Prozessbeschreibung ausreichend dargestellt? Wie stellen Sie sicher, dass Energieeffizienz bei Neuanschaffungen von Maschinen und Ausrüstung berücksichtigt wird?

Notfallvorsorge: Was können Sie tun, um eine sichere Energieversorgung zu gewährleisten? Was kann bei Energieausfällen passieren? Was können Sie tun, um Folgen zu verhindern oder zu verringern?

ü Praxistipp: Effizienzkultur
Der Umgang mit Energie kann auch ein Maß dafür sein, wie mit anderen Ressourcen umgegangen wird. Nutzen Sie entsprechende Informationsmaßnahmen also auch dafür, für den effizienten Umgang mit Roh-, Hilfs– und Betriebsstoffen zu werben.

ü Praxistipp: Contracting
Manche sinnvolle Energiesparmaßnahme überschreitet die finanziellen Möglichkeiten des Unternehmens, oder das notwendige Know-how ist im Betrieb nicht vorhanden. In solchen Fällen bietet sich das Contracting an: Ein externer Dienstleister finanziert die Maßnahme und übernimmt Anlagenkonzeption, Wirtschaftlichkeitsberechnung, begleitet die Umsetzung und übernimmt – je nach Vertrag – über eine festgelegte Vertragsdauer die Betriebsführung. Das Unternehmen zahlt dann für die erhaltenen Energiedienstleistungen.

Phase 4: Überprüfungen und
Messungen

Ist das Energiemanagement einmal im Betrieb verankert, kommt es darauf an, das Thema nie wieder aus dem Blick zu verlieren. Systematisches Vorgehen mit Managementsystemen heißt ja vor allem: Regelmäßig prüfen, ob die gesetzten Ziele auch erreicht werden; und wo dies nicht der Fall ist, mit neuen Aktivitäten

nachzusetzen. Nur mit regelmäßiger Datenerfassung können sie die Auswirkungen ihrer Maßnahmen belegen; mit einem Vergleich (z.B. mit Werten des Vorjahres) auch Trends ablesen und Störungen identifizieren. Notwendige Überprüfungen und Messungen sollten Sie bereits bei den Verantwortlichkeiten und in den operativen Verfahren mit berücksichtigen.

Phase 5: Strategische Bewertung

Die Ergebnisse des Energiemanagements sollten in regelmäßigen Abständen strategisch bewertet werden: Kommen Sie mit dem Energiemanagement ihren strategischen Visionen näher? Werden die gesetzten Ziele erreicht? Stehen Aufwand und Ergebnis in einem positiven Verhältnis? Wo besteht Verbesserungspotenzial?

Aus den Ergebnissen dieser Bewertungen ergeben sich notwendige Optimierungsmaßnahmen und möglicherweise neue Ziele: Die nächste Runde im Managementzyklus wird eingeläutet.

ü Praxistipp: Erfolge feiern
Feiern Sie Erfolge Ihres Energiemanagements mit Ihren Mitarbeitern: Nichts ist erfolgreicher als der Erfolg, die Motivation für mehr entsteht dann nebenbei.

Glossar:

Energieeffizienz – Verhältnis des Nutzens zur aufgewendeten Energie: Eine Steigerung der Energieeffizienz bedeutet, dass das gleiche Ergebnis mit weniger Energie erreicht wird (Beispiel Energiesparlampe).

Energieflussbild – Grafische Darstellung der Energieumsätze pro Zeiteinheit (etwa pro Jahr); wobei üblicherweise die Breite der Linien proportional der Energieflüsse sind (Sankey-Diagramme).

Energieträger – Im engen Sinne Rohstoffe, die Energie speichern, etwa Kohle, Öl, Gas und Biomasse. In der Natur vorkommende Primärenergieträger werden in Kraftwerken, Raffinerien etc. in Sekundärenergieträger wie Strom, Heizöl, Benzin etc. umgewandelt, die als Endenergie zum Kunden gelangt.

Bei den Primärenergieträgern werden fossile (Öl, Kohle, Gas), nukleare (Uran) und regenerative (Sonne, Wind, Wasser, Biomasse) Energieträger unterschieden.

Energieumwandlung – Umwandlung von Energie-trägern in Nutzenergie, etwa die Verbrennung von Gas im Heizkessel zur Erzeugung von Wärme.

Energieverteilung – Verteilung der Nutzenergie im Betrieb, etwa über das Strom– und Druckluftnetz und Wärme– und Kälteleitungen.

Vollkostenrechnung – Berechnung aller während des gesamten Lebenszyklus einer Anlage anfallenden Kosten, einschließlich Energiekosten.

Anmerkungen:

1Anmerkung zu Rechtsthemen: Im Rahmen dieser Seiten ist nur ein allgemeiner Überblick möglich und beabsichtigt; daher kann es vorkommen, dass für den jeweiligen Einzelfall relevante Regelungen hier nicht betrachtet werden. Diese Seiten sind nur als erster Einstieg und keinesfalls als Quelle für rechtsbezogene Entscheidungen geeignet. Eine Haftung für den Inhalt kann ich daher nicht übernehmen, das Geltendmachen von Ansprüchen jeder Art ist ausgeschlossen.

2 Nach EEG 2012 sind dies Unternehmen mit einem Stromverbrauch von mindestens einer Gigawattstunde im letzen Geschäftsjahr, bei denen das Verhältnis der Stromkosten zur Bruttowertschöpfung mindestens 14 Prozent betragen hat. Im Vergleich zum EEG 2009 wurde die Schwelle also deutlich gesenkt.

Zum Weiterlesen:

Leitfäden zu effizienter Energienutzung. Für zahlreiche Branchen und Anlagen; beim Bayerischen Landesamt für Umweltschutz (www.bayern.de/lfu/luft/energieeffizienz/, dort “Effiziente Energienutzung im Betrieb” auswählen).

Für zertifizierungsfähige Energiemanagementsysteme ist noch bis 24.04.2012 die deutsche und europäische Norm >> DIN EN 16001:2009 anwendbar, die dann durch die (bereits jetzt anwendbare) internationale Norm >> DIN EN ISO 50001:2011 ersetzt wird.

Weblinks:

www.initiative-energieeffizienz.de: Möglichkeiten und Beispiele zur betrieblichen Energieeffizienz. Hier gibt es auch einen link zu den Aktionsbereichen Energieeffizienz in Industrie und Gewerbe (www.industrie-energieeffizienz.de) und für Dienstleister (www.energieeffizienz-im-service.de).

www.bine.info/: Aktuelle Information rund um neue Entwicklungen bei Energieeffizienz und erneuerbaren Energien (im Menü links “Indusrie und Gewerbe” auswählen).

Weiter zu:
>>
Qualitätsmanagement

© Jürgen Paeger 2004 - 2012
 

Gute Gründe
für betriebliches Energiemanagement:

ü Kosten senken
Steigende Energiekosten fressen am Gewinn oder gefährden gar die Wettbewerbsfähigkeit – und in fast allen Betrieben finden sich Möglichkeiten zur Senkung des  Energieverbrauchs.

ü Umweltschutz
Fossile Energieträger sind endlich und ihre Verbrennung trägt zur Luftverschmutzung und zum Klimawandel bei. Effiziente Energienutzung ist daher Umweltschutz und minimiert Umweltrisiken.

ü Transparenz
Verursachergerechte Zuordnung der Energieverbräuche und -kosten im Unternehmen.

ü Innovation
Förderung von Innovation und Verbesserung der Anlagentechnik.

Praxistipps Energie

Energiebereitstellung

Mit der Auswahl der Energieträger entscheiden Sie über Kosten und Umweltschutz.

 Unter den fossilen Energieträgern hat Gas die niedrigsten CO2-Emissionen und günstige Preise.

 Prüfen Sie den Einsatz von Kraft-Wärme- Koppelung: Die Erzeugung von Strom bei gleichzeitiger Nutzung der Wärme nutzt den Energiegehalt der Brennstoffe optimal.

 Oft kommen auch für kühle Rechner erneuerbare Energien in Frage, etwa die Nutzung von Holzabfällen zur Wärmeerzeugung oder Sonnenkollektoren für warmes Wasser; siehe auch >> hier.

Prozesswärme/
Heizung/Warmwasser

Die Bereitstellung von Wärme hat meist den Löwenanteil am betrieblichen Energieverbrauch; daher lohnt sich hier Aufmerksamkeit besonders.

 Überprüfen Sie die geforderten Prozesstemperaturen kritisch. Bei einzelnen Prozessen mit besonders hohen Temperaturen kann sich eine Einzelheizung rechnen.

 Moderne Brennwertkessel können die Energieeffizienz beträchtlich erhöhen, erfordern aber einen Edelstahlkamin - denken Sie daran bei anstehenden Sanierungen.

 Gute Wärmedämmung von Produktionsgebäuden spart Energie und erhöht den Komfort: Isolierte Gebäude bleiben im Sommer kühler.

Maschinen/Anlagen/
Antriebe

Über zwei Drittel des industriellen Stromverbrauchs entfallen auf Elektromotoren. Der Energieverbrauch verursacht hier über 95 % der Lebenszykluskosten!

 Das höchste Energiesparpotenzial besteht oft in der Verwendung drehzahlgeregelter Antriebe
(ASD – adjustable speed drive). Bei geeigneten Motoren kann eine Drehzahlregelung mit Frequenzumrichtern auch nachgerüstet werden.

 Achten Sie beim Neukauf von Elektromotoren auf die Energieeffizienzklasse 1.

 Eine optimale Anpassung von Antrieben (z.B. Pumpen) an die Aufgaben spart weitere Kosten.

Druckluft

Bei der Bereitstellung von Druckluft besteht oft ein Einsparpotential von 30 Prozent und mehr. Bereits kleine Undichtigkeiten verursachen große Kosten:

   kostet 2.341 Euro!
 
(Kosten eines 3 mm
   großen Lecks in einem
   6 bar Druckluftnetz, bei
   8.760 h/a und 0,09
   Euro/kWh Strompreis)

 Prüfen Sie das Druckluftnetz regelmäßig auf Leckagen; halten Sie Leckverluste unter 5 %.

 Optimieren Sie die Druckluftstation: Mehrere Kompressoren mit intelligenter Steuerung ermöglichen bessere Auslastung der Kompressoren.

è siehe auch www.druckluft-effizien t.de

Klimatisierung/
Kühlung

Die wichtigste Maßnahme zur Energieeffizienz ist in der Regel eine bedarfsorientierte Steuerung

 Setzen Sie raumlufttechnische Anlagen gezielt durch Steuerungs– und Regelanlagen ein.

 Regelmäßige Wartung und Filterwechsel können Energiekosten senken

 Bei der Koppelung von Motor und Ventilator gilt:
Direktantrieb vor Flachriemen vor Keilriemen

Beleuchtung

Gute Beleuchtung und Energieeffizienz müssen dank moderner Technik keine Gegensätze sein.

 Moderne Lichtleitsysteme erlauben die Nutzung von Tageslicht auch tief im Inneren von Gebäuden.

 Leuchtstofflampen mit 26 mm Ø sind schon energieeffizient, moderne Spiegelrasterleuchten sparen weitere 30 %, elektronische Vorschaltgeräte noch einmal 20 %: 50 % Einsparung gesamt.

Logistik

Die Minimierung von Transportwegen und optimierte Fahrweise kann erheblich zur Energieeinsparung beitragen.

 Bieten Sie Fahrertraining und Spritspartraining an. Mit dem dort Erlernten lassen sich gerade von professionellen Fahrern ohne weiteres Einsparungen von 20 % erzielen.